Leonidov® - Wissenswertes Handakupunktur

Leonidov® - Wissenswertes Handakupunktur

 

Handakupunktur

 

Die Handakupunktur ist eine Sonderform der Akupunktur, bei der die Hände das Behandlungsobjekt sind. Die Handakupunktur wird meistens mit dem Begriff der Koreanischen Handtherapie (KHT) assoziiert. Die Lehre der Koreanischen Handtherapie (Koryo Sooji Chim) begründete Dr. Tae-Woo Yoo in den 1970er Jahren. Er erarbeite ein System, bei dem die Akupunkturpunkte und Meridiane des Körpers auf die Handflächen projiziert werden. Auf der kleinen Fläche der Hand findet man bei der Koreanischen Handtherapie die korrespondierenden Punkte, denen entsprechende Organe zugeordnet werden. Diese Form der Akupunktur ist bequem, sowohl für Therapeuten wie auch für Patienten. Die Hände sind frei zugänglich für den Therapeuten und der Patient kann die Behandlung unmittelbar beobachten. Weiterhin besteht keine Gefahr, dass innere Organe durch Akupunkturnadeln verletzt werden können.

In Verbindung mit der Koreanischen Handakupunktur sind heute unterschiedliche Projektionssysteme bekannt. Insbesondere Anfänger sind manchmal irritiert und tun sich schwer dies einzuordnen. Die verschiedenen Projektionssysteme weisen eine ganz unterschiedliche Zuordnung der Organe auf der Hand auf. Das liegt daran, dass in den 1980er Jahren eine weitere Form der Koreanischen Handakupunktur mit dem Namen Su-Jok (Hand-Fuß) von Dr. Park Jae Woo ins Leben gerufen wurde. Damit wurde eine weitere Schule für Koreanische Handakupunktur gegründet. So existieren bei der Su-Jok-Therapie allein drei Projektionssysteme. Die Hand kann danach als ein Abbild des ganzen Körpers betrachtet werden, oder aber auch jeder einzelne Finger kann den ganzen Körper repräsentieren (Miniprojektionssystem bei Su-Jok). Die Su-Jok-Akupunktur benutzt als Objekte sowohl die Hände wie auch die Füße. Für viele Patienten ist die Akupunktur der Füße aufgrund der sehr hohen Empfindlichkeit jedoch eine Tabu-Zone.

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Handakupunkturnadeln

Für die Handakupunktur werden sehr kleine Nadeln verwendet. Die typischen Nadeln für die Koreanische Handakupunktur haben in der Regel die Größe von 0.18x8 mm. Auch Nadelgrößen von 0.17x8mm bzw. 0.17x7mm werden von einigen Herstellern angeboten. Die Handnadeln haben auch einen kürzeren Griff von nur 12 mm im Vergleich zu den Körpernadeln, bei denen die Grifflänge in der Regel 20 mm beträgt. Die kleine Größe der Handnadeln hat zwei Gründe -  zum einen liegen die zu akupunktierenden Punkte auf den Händen oft sehr dicht neben einander und zum anderen werden die Nadeln nicht besonders tief eingestochen. Bei Kindern oder bei ängstlichen Patienten kann der Reiz nur auf der Hautoberfläche der Hand gesetzt werden, ohne tief zu punktieren.

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Applikator für Handakupunkturnadeln

Für ein präzises Einstechen der Handadeln werden entsprechende Nadelsetzgeräte (Applikatoren) verwendet. Diese gibt es in zwei Ausführungen Ý als Schwerkraftmodell oder als Federmodell. Beim Schwerkraftmodell wird die Handnadel durch die freie Fallbewegung des Kolbens eingestochen. In Abhängigkeit davon, wie hoch der Kolben ausgezogen wurde, kann entsprechend die Stechtiefe variieren. Das erfordert allerdings etwas Übung. Insbesondere bei Anfängern sind die Applikatoren mit Feststellmuttern eine Hilfe. Damit kann man die maximale Stichtiefe unabhängig vom Kolbenhub einstellen. Nachteil der Applikatoren nach dem Schwerkraftprinzip ist, dass sie nahezu senkrecht oder nur leicht geneigt zur Akupunkturfläche verwendet werden können. Für schwer zugängliche Akupunkturpunkte auf der Hand (z. B. wenn bereits mehrere Nadeln in der Hand schon sitzen und eine Handbewegung für den Patienten nicht angenehm wäre), bietet sich die Anwendung des Federmodell-Applikators an. Mit diesem kann man die Nadeln auch seitlich oder „von unten“ stechen. Solche Applikatoren haben ebenfalls Feststellmuttern zur Regulierung der Einstichtiefe. Bei allen Applikator-Modellen sind Magnete am Ende des Kolbens angebracht, die die Nadeln im Inneren des Applikators halten.

 

Ähnlich wie bei der Körperakupunktur kann bei der Handakupunktur auch sedierend oder tonisierend gearbeitet werden. Auch hier können zusätzliche Reize (z. B. mechanisch oder durch Magnete) durch die Nadeln gesetzt werden, während sie in der Hand verweilen.