Leonidov® - Wissenswertes Körperakupunktur

Leonidov® - Wissenswertes Körperakupunktur

 

Körperakupunktur

 

Allgemeines
 

Die Akupunktur ist viel älter als die Leute manchmal denken. Sie wird oft unmittelbar mit der Traditionellen Chinesischen Medizin (TCM) verbunden. Die TCM an sich hat eine über 3000 Jahre alte Geschichte. Die Wurzeln der Akupunktur sind jedoch viel früher datiert. So ist bei archäologischen Ausgrabungen einen Bezug zu der Akupunktur aufgrund der Gegenstände, die gefunden wurden, gemacht worden.

Heute kennt man verschiedene Formen der Akupunktur. Man spricht von Körperakupunktur, Ohrakupunktur, Handakupunktur, Fußakupunktur, Schädelakupunktur, Augenakupunktur, Gesichtsakupunktur etc.

Die Körperakupunktur ist die am meisten verbreitete und angewendete Form der Akupunktur. Sie beruht schwerpunktmäßig auf der Erfahrung der TCM. Da die Meridiane und die Akupunkturpunkte nach der TCM auf dem ganzen Körper zu finden sind, wird der Begriff Körperakupunktur verwendet. Im Unterschied dazu existieren auch die speziellen Akupunkturformen, die über bestimmte Körperbereiche arbeiten (z. B. Ohrakupunktur).

 

Herstellung und Typen von Akupunkturnadeln
 

Die Akupunkturnadeln werden heutzutage aus hochwertigen Metalllegierungen hergestellt. In der Praxis haben sich die Nadeln aus chirurgischem nichtrostenden Stahl durchgesetzt. Für spezielle Zwecke gibt es Nadeln auch aus anderen Materialien beziehungsweise deren Beschichtung wie Gold-, Silber- und Kupfernadeln (z. B. für eine tonisierende bzw. sedierende Wirkung). Von der Form und Ausführung her kann man zwischen Ganzmetallnadeln und Nadeln mit Kunststoffgriff unterscheiden.
 

Akupunkturnadel-Stahlwendelgriff-4.jpg Akupunkturnadel-Kunststoffgriff-2.jpg
Akupunkturnadel mit Stahlwendelgriff Akupunkturnadel mit Kunststoffgriff


Die Akupunkturnadeln, die komplett aus Metall hergestellt sind, können auch in Verbindung mit der Moxibustion eingesetzt werden. So können die Akupunktur und das Nadel-Moxen parallel an der selben Stelle und mit der selben bereits eingestochenen Nadel erfolgen. Die Akupunkturnadeln mit Kunststoffgriff sind für das Nadelmoxa nicht geeignet. Auch bei den Akupunkturnadeln aus Metall gibt es Unterschiede in der Ausführung. Bei den typischen chinesischen Nadeln ist der Griff spiralförmig so hergestellt, dass er mit einer Öse endet.
 

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Akupunkturnadeln vom chinesischen Typ mit Kupfergriff und Silbergriff


Bei den Nadeln japanischen und koreanischen Typs fehlt dieser Ring und man hat den typischen Stahlwendelgriff. Dieser Griffs ist wie auch bei den Akupunkturnadeln des chinesischen Typs „griffig“ – der Therapeut spürt die Nadel sehr gut beim Einstechen und bei einer anschließenden Nadelbewegung. Auch zusätzliche Nadelreize können damit gesetzt werden (z. b. Magnetimpulse, Streichtechnik). Das Fehlen des Ringes am Nadelende bei diesen Nadeltypen ist besonders vorteilhaft, wenn spezielle Hilfen beim Nadelmoxa benutzt werden – wie zum Beispiel die Nadelmoxa-Hülsen oder die Nadelmoxa-Schirmchen. Bei den Ganzmetallnadeln gibt es auch die Nadeln mit glattem Röhrchengriff. Diese sind allerdings in der Praxis nicht sehr verbreitet.

Die Oberflächenbeschaffenheit der Akupunkturnadeln

 

Die Beschaffenheit der Nadeloberfläche ist sehr wichtig für das Verhalten beim Einstuch. Die Oberfläche qualitativ hochwertiger Nadeln ist sehr gut poliert und weist kaum Unregelmäßigkeiten auf. Je glatter die Oberfläche und schärfer die Nadelspitze ist, desto geringer ist das Schmerzempfinden beim Einstich. Um das Schmerzempfinden weiter zu reduzieren, werden Akupunkturnadeln in einem letzten Fertigungsschritt (vor dem Verpacken und steriliseren) zusätzlich beschichtet. Dabei handelt es sich um eine mikrofeine Beschichtung mit meidzinischem Silikon, die oft nur an die Nadelspitze angebracht wird. Die meisten heutzutage angebotenen Akupunkturnadeln haben eine solche Beschichtung.  Über das Thema der Silikonbeschichtung ist bereits viel diskutiert worden und es existieren mehrere kontroverse Meinungen dazu. Die typischen unbeschichteten Akupunkturnadeln kommen derzeit aus China. An dieser Stelle sei erwähnt, dass mittlerweile auch viele chinesische Hersteller von Akupunkturnadeln dazu übergehen, auch silikonbeschichtete Nadeln anzubieten, um die Nachfrage der Kunden abzudecken.
 

Die Sterilisation von Akupunkturnadeln
 

Bei den Akupunkturnadeln wird auch zwischen Nadeln für den Einmalgebrauch und Nadeln für den Mehrmalgebrauch unterschieden. Aufgrund des nicht unerheblichen Aufwandes der Sterilisation sowie der Haltung und Wartung entsprechender Sterilisationsgeräte, haben sich in der Praxis die Akupunkturnadeln für den Einmalgebrauch durchgesetzt. Als Sterilisationsmethoden werden üblicherweise Gamma-Strahlen oder EO-Gas (Äthylenoxid) verwendet. Die Haltbarkeit nach der Sterilasation beträgt üblicherweise 3 bis 5 Jahre, je nach Verfahren. Moderne Fertigungsmethoden sorgen für nierdrige Herstellungskosten solcher Nadeln. Die Enmal-Akupunkturnadeln werden mittlerweile zu solchen niedrigen Preisen angeboten, dass eine Sterilisation dieser keine Alternative darstellt. Die sterilen Einmalnadeln sind nicht nur aus hygienischer Sicht vorzuziehen. Der Sterilisationsvorgang während der Fertigung erfolgt stets unter gleichen Bedingungen und unterliegt einer ständigen Kontrolle. Weiterhin haben die Einmalnadeln eine einheitliche Beschaffenheit. Einmal-Akupunkturnadeln sind bereits bei der Herstellung optimal geschliffen und sorgen für einen schmerzarmen Einstich. Bei einer mehrmaligen Verwendung verlieren Akupunkturnadeln an Schärfe, was zu einer erhöhten Schmerzempfindlichkeit bei den Patienten führen kann. Es gibt bestimmte Typen von Akupunkturnadeln, die komplett aus Edelmetallen (Silber, Gold) hergestellt sind. Solche Nadeln werden aufgrund der hohen Anschaffungskosten sterilisert und merhfach benutzt.

Stichtechniken

 

Was die Akupunkturtechniken betrifft, so werden die Akupunkturnadeln entweder mit Hilfe eines Führungsröhrchens, in dem sich die Nadel befindet, oder direkt mit der Hand eingestochen. Wenn man die Nadeln mit der Hand direkt einsticht (ohne Führungsrohr), wird sie in der Regel zwischen Daumen und Zeigefinger gehalten. Mit einem anderen Finger wird die Stelle fixiert, wo die Nadel eingestochen werden soll. Damit können Hautbewegungen vermieden werden und der Akupunkturpunkt kann genau getroffen werden.

 

Akupunkturnadel-mit-Fuehrungsroehrchen.jpg
Akupunkturnadeln mit Führungsröhrchen


Bei der Anwendung eines Führungsröhrchens ist die Nadel bereits mit einem kleinen Halter aus Kunststoff so fixiert, das beim Herausnehmen aus dem Blister nicht herausfallen kann. Nachdem der Halter aus dem Röhrchen entfernt wurde und das Röhrchen auf der zu akupunktierenden Stelle aufliegt, kann die Nadel mit leichtem Klopfen auf den Nadelgriff eingestochen werden. Da der Nadelgriff nur wenig Millimeter über das Röhrchen herausragt, wird die bereits eingestochene Nadel nach dem entfernen des Röhrchens bei Bedarf in die entsprechende Stichtiefe positioniert. Neben einer genaueren Positionierung der Nadel und einfacherem Einstechen bieten die Nadeln mit Führungsröhrchen noch den Vorteil, dass der Patient durch das Anlegen des Röhrchens kurz abgelenkt wird, bevor eingestochen wird. Dadurch kann das Schmerzempfinden auch etwas reduziert werden. Das ist z. B. sinnvoll bei ängstlichen Patienten. Bei solchen Patienten ist es auch vorteilhaft, wenn vor der eigentlichen Akupunktur eine nicht schmerzempfindliche Stelle gestochen wird, damit der Patient zunächst ein schmerzarmes Gefühl für den Einstich bekommt.

Es gibt verschiedene Nadelstichtechniken. So kann z. B. der Nadeleinstich senkrecht zur Haut erfolgen, um den gewünschten Punkt zu treffen. Bei speziellen Zonen kann die Nadel unter einem geringen Einstichwinkel bis tangential eingeführt werden (wenn z. B. wenig Gewebe darunter liegt). Je schneller der Einstich erfolgt, desto geringer ist das subjektive Schmerzempfinden des Patienten. Der Einstich kann in einem Vorgang bis zu der gewünschten Stichtiefe erfolgen oder in zwei bis mehreren Stufen – zuerst ein Vorstechen und danach die Nadel weiterführen bis zur gewünschten Stichtiefe. So hat der Akupunkteurt die Möglichkeit genau den gewünschten Punkt zu treffen. Es gibt Nadeltechniken, bei denen die Akupunkturnadel während des Einstechens auch gedreht wird. In Abhängigkeit von dem gewünschten energetischen Effekte an der zu akupunktierenden Stelle - ableitend oder auffüllend - werden unterschiedliche Akupunkturtechniken verwendet. Eine zusätzliche Stimulation nach dem Einstechen kann z. B. auch durch leichtes Anheben und Absenken beziehungsweise Drehen der bereits eingestochenen Akupunkturnadel sein. Es gibt auch weitere zusätzliche Stimulationsmethoden wie die Klopftechnik, die Streichtechnik, die Wipptechnik. Die typische Verweildauer der Akupunkturnadeln im Körper liegt bei ca. 20-40 Minuten.

 

Die Nadelgrößen
 

Die Nadelgrößen für die Körperakupunktur haben ein breites Spektrum. Sie richten sich danach, was für Personen therapiert werden (z. B. Kinder, Erwachsene), was für Körperstellen akupunktiert werden (mit viel oder wenig Gewebe), welche Akupunktur-Techniken angewendet werden  etc. Die meist verwendeten Durchmesser liegen im Bereich 0.20 mm - 0.30 mm. Die Nadellänge kann entsprechend auch variieren – von 15 mm bis üblicherweise ca. 50 mm. Es gibt auch längere Nadeln wi z.B. bis 120 oder 150 mm. Es ist zu beachten, dass unter der Nadellänge die tatsächliche Nadelarbeitslänge ohne Griff zu verstehen ist. Der Griff mit ca. 20 mm Länge kommt zu der Gesamtlänge der Nadel dazu. Je geringer der Durchmesser der Nadel ist, um so geringer ist das Schmerzempfinden (z. B. für ängstliche Patienten). Dem geringeren Schmerzempfinden steht allerdings ein niedrigerer Reiz bei der Akupunktur entgegen, was die Dauer oder die Frequenz beziehungsweise Anzahl der Behandlungen verändern kann. In unseren Breitengraden ist die Benennung der Nadelgröße in  mm üblich.

 

 

Literatur:

Peter Velling/Elmar T. Peuker/Angelika Steveling/Hans-Ulrich Hecker, „Checkliste Akupunktur“, 2009
Carl-Hermann Hempen, „Taschenatlas Akupunktur“, 2005
Gabriel Stux „Akupunktur - Einführung“, 2007

Getrude Kubiena, „Grundlagen der Traditionellen Chinesischen Medizin“, 2010
Hans-Ulrich Hecker/AngelikaSteveling/Elmar T. Peuker, „Praxis-Lehrbuch Akupunktur“, 2009
Claudia Focks/Norman Hillebrand, „Leitfaden Traditionelle chinesische Medizin”, 2003
Naschmil Pollmann, „Basislehrbuch Akupunktur“, 2002
Stephan Allmendinger, „Akupunktur“,
2007